Medienpädagogik in der Jugendhilfe

Junge Menschen nutzen und gestalten Medien. Eltern, Schule und die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe begleiten sie dabei und sollen ihnen Medienkompetenz vermitteln. Die jungen Menschen sollen lernen, welche Medien sie wann und wie den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend nutzen bzw. interaktiv gestalten können. Zudem sollen sie lernen, den Umgang mit Medien zu reflektieren. Diese doch recht komplexe Anforderung stellt nicht nur Eltern und Lehrer(innen), sondern auch die Mitarbeitenden in der Kinder- und Jugendhilfe vor etliche Herausforderungen. Daher haben wir für die letzte Ausgabe der Zeitschrift Jugendhilfe in diesem Jahr die Medienpädagogik als thematischen Schwerpunkt gewählt und verschiedene Autor(inn)en gebeten, einzelne Aspekte näher zu betrachten.

Christian Helbig und Prof. Dr. Nadia Kutscher erörtern in ihrem einleitenden Beitrag, was Medienpädagogik ist und welche Bedeutung vor allem digitale Medien in der Kinder- und Jugendhilfe haben. Sie stellen verschiedene Ansätze der Medienpädagogik vor und diskutieren zentrale medienpädagogische Fragestellungen im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe.

Der Beitrag von Prof. Dr. Rudolf Kammerl beschreibt wichtige Traditionslinien und Positionen in Bezug auf Medienbildung und Medienkompetenz und stellt aktuelle bildungspolitische Initiativen zur Digitalisierung und zur Bildung in der digitalen Welt vor.

Prof. Dr. Sonia Livingstone geht in ihrem englischsprachigen Beitrag der Frage nach, wie die Kinderrechte im digitalen Umfeld realisiert werden können. Sie verdeutlicht, dass ein einfacher Verweis auf die Rechte in einer »Offline«-Welt nicht ausreicht und spezifische Anforderungen an »transnationale kommerzielle Anbieter« notwendig sind.

Basierend auf den Ergebnissen der MEKiS-Studie zur Medienkompetenz in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe diskutieren Prof. Dr. Olivier Steiner, Monika Luginbühl, Rahel Heeg und Magdalene Schmid Medienerziehung durch Unterstützung und Begleitung sowie durch Regelungen und Verbote und führen in die dahinterliegende »Haltungsdiskussion« ein.

Welches Wissen brauchen Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe, um junge Menschen medienkompetent zu begleiten? Johannes Wentzel stellt in seinem Beitrag entsprechende Empfehlungen vor und gibt konkrete Tipps und Hinweise für die praktische Umsetzung an die Hand.

Unter der Überschrift »… da sein, wo Jugendliche und Eltern sind« wägt Prof. Dr. Peter-Ulrich Wendt die Potenziale und Risiken einer virtuellen Kommunikation in einer der Selbstbestimmung der jungen Menschen und Eltern verpflichteten Kinder- und Jugendhilfe ab.

Christian Müller beschreibt in seinem Beitrag wesentliche Anforderungen des Datenschutzes und der Datensicherheit in der digitalen Kommunikation über Social Media, Messenger, E-Mail und andere Kanäle mit den Adressat(inn)en der Sozialen Arbeit.

Dr. Alev Inan erörtert Präventions- und Deradikalisierungsmaßnahmen bei islamistischer Radikalisierung im Internet. Obwohl ein direkter Kontakt mit radikalisierungsgefährdeten und radikalisierten Jugendlichen aussichtsreicher zu sein scheint, stellt sie ers-te effektive Online-Angebote zur Prävention und Deradikalisierung vor.

Welche Rolle spielt Pornografie für Jugendliche? Unter Bezugnahme empirischer Befunde über die Wirkung pornografischer Mediendarstellungen beschreiben Prof. Dr. Ralf Vollbrecht und Jana Viola Frings die geschlechtsspezifischen Nutzungsmotive und diskutieren einen möglichen pädagogischen Handlungsbedarf.

Dr. Ruth Festl stellt schließlich in einem abschließenden Beitrag zentrale Definitionskriterien von Mobbing vor dem Hintergrund digitalisierter Kommunikationsmöglichkeiten vor, erläutert unterschiedliche Formen von Cybermobbing sowie diesbezügliche zentrale Einflussfaktoren und diskutiert ermittelte Befunde zu den Präventions- und Interventionsstrategien.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir möchten uns an dieser Stelle bei Ihnen für das Interesse an unserer Zeitschrift bedanken. Hoffentlich war die Themenauswahl in den letzten zwölf Monaten für Sie interessant und bereichernd. Uns gehen die Ideen für weitere Hefte jedenfalls nicht aus, für das kommende Jahr planen wir u.a. die Schwerpunkte »Grenzsetzungen in der Kinder- und Jugendhilfe«, »Bedingungen des Aufwachsens«, »Inklusion« und »Personalgewinnung«.

Jetzt wünschen wir Ihnen aber erstmal eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr.

Herzliche Grüße aus München

Dr. Andreas Dexheimer

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