Aktuelle Meldungen und Hinweise  

Online-Beratung für suizidgefährdete Jugendliche wird fortgeführt

Die E-Mailberatung der Caritas hilft suizidgefährdeten Jugendlichen – anonym und kostenlos. Das Besondere: Speziell ausgebildete, gleichaltrige Ehrenamtliche beraten die jungen Menschen in Krisen. Durch die Finanzierung des Bundesjugendministeriums wird das Angebot nun weiter ausgebaut und verstetigt.

In der Altersgruppe Jugendlicher und junger Erwachsener ist Suizid die zweithäufigste Todesursache. Auch die meisten Suizidversuche gibt es in dieser Altersgruppe. Klassische Hilfsangebote nehmen die jungen Menschen nur selten in Anspruch.

Anonym per E-Mail beraten

Die Online-Beratung der Caritas wendet sich daher gezielt an junge Menschen unter 25 Jahren. Gleichaltrige unterstützen und helfen betroffenen Jugendlichen per E-Mail. Die sogenannten »Peers« werden dafür von professionellen, hauptamtlichen Fachkräften speziell ausgebildet und fachlich begleitet. Durch die vollständig gewährleistete Anonymität ist es vielen jungen Ratsuchenden dabei erst möglich, über ihre Suizidgedanken zu sprechen. Bei Bedarf verweist auf Hilfestrukturen vor Ort oder weitere Hilfsangebote im Internet. Aktuell nutzen jährlich rund 1.000 junge Menschen das Angebot.

Suizidprävention bei jungen Menschen ausweiten

Bereits im Jahr 2017 konnte das Beratungsangebot durch Bereitstellung zusätzlicher Mittel aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes weiterentwickelt werden. Mit dem Ziel das bundesweite Netzwerk professionell zu stärken, die Angebote zu sichern und zu verstetigen wird die Förderung 2018 fortgesetzt. Unter anderem werden drei neue Personalstellen geschaffen. So leistet das Bundesjugendministerium einen nachhaltigen Beitrag zur Verhinderung von Suiziden und Suizidversuchen bei jungen Menschen in Deutschland.

  • Aktuelle Meldung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) vom 19.03.2018

 

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Für wirksamen Persönlichkeitsschutz im Internet: Passauer Forschungsstelle For..Net entwirft Cybermobbing-Gesetz

In einem gemeinsamen Forschungsprojekt auf Initiative der Rechtsschutzversicherung ARAG SE hat die Forschungsstelle für IT-Recht und Netzpolitik der Universität Passau ein Persönlichkeitsrechtsschutzgesetz entwickelt. Ziel ist es, schwerwiegende Ehrverletzungen im Internet wirksam zu bekämpfen, ohne die Meinungsfreiheit der Nutzer zu beschränken.

6 Fragen zum Thema beantwortet Prof. Dr. Heckmann im Kurzinterview

Schon seit vielen Jahren engagiert sich Professor Dirk Heckmann im Bündnis gegen Cybermobbing: »Es darf nicht sein, dass insbesondere junge Menschen, die in sozialen Netzwerken gemobbt, verleumdet und gedemütigt werden, so wenig staatliche Hilfe erfahren, weil der Rechtsschutz sperrig und wenig hilfreich ist«, sagt der Leiter der Forschungsstelle für IT-Recht und Netzpolitik an der Universität Passau. Gemeinsam mit For..Net-Geschäftsführerin Anne Paschke hat er nun einen Gesetzentwurf für eine Verbesserung des Persönlichkeitsrechtsschutzes im Internet erstellt. Die Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag 2013 ein Cybermobbing-Gesetz angekündigt, das aber nicht eingehalten. Das stattdessen erlassene Netzwerkdurchsetzungsgesetz ist nach Ansicht vieler Experten verfassungswidrig.

»Die schwere Ehrverletzung im Internet gehört als eigener Tatbestand ins Strafgesetz«

»Schwere Beleidigungen und Verleumdungen können auch im Netz wirksam verfolgt werden, wenn man die Möglichkeiten des Strafrechts, des Strafprozessrechts und des Telemedienrechts sinnvoll ausnutzt und kombiniert«, erläutert Internetrechtsexperte Heckmann das Vorgehen. »Die schwere Ehrverletzung im Internet gehört als eigener Tatbestand ins Strafgesetz und muss mit einer entsprechenden Strafandrohung versehen werden.« Dies gibt es in anderen Ländern wie etwa Österreich schon seit einigen Jahren.

Dass die bisherige Strafbarkeit der Beleidigung ausreichen soll, lassen die Verfasser nicht gelten: »Zum einen ist es doch ein Unterschied, ob jemand einmalig beschimpft oder nachhaltig durch wiederholte öffentliche Diffamierungen in seiner Lebensführung beeinträchtigt wird«, bemerkt Anne Paschke, Akademische Rätin und Mitverfasserin des Gesetzes. »Zum anderen werden die Täter durch die Strafverfolgungsbehörden zumeist nicht verfolgt, sondern entsprechende Anzeigen auf den Privatklageweg verwiesen. Durch einen eigenen Straftatbestand für besonders schwere öffentlicher Ehrverletzungen, bei dem eine entsprechende Verweisung nicht mehr möglich wäre, könnte auch diesbezüglich eine Verbesserung des Schutzes für Cybermobbing-Opfer erreicht werden« Der Gesetzesentwurf schützt die Opfer auf vielfältige Weise: Neben einer Ermittlungspflicht von Amts wegen erhalten Opfer schwerer Ehrverletzungen einen »Opferanwalt« und eine psychosoziale Prozessbegleitung.

Provider, Plattformbetreiber und Gerichte werden stärker in die Pflicht genommen

Das Herzstück des Gesetzentwurfs ist die Neuregelung im Telemedienrecht, wonach Provider und Plattformbetreiber verpflichtet werden, Maßnahmen zur Meldung und Kenntlichmachung von ehrverletzenden Inhalten bereitzustellen. Gemeldete Inhalte sollen von den Betreibern nicht mehr zwingend gelöscht, sondern zunächst zur Beweissicherung dokumentiert werden. »So gleichen die normierten Pflichten für die Diensteanbieter nur diejenigen Risiken aus, die diese Anbieter bei der technischen Ausgestaltung ihrer Geschäftsmodelle selbst erst geschaffen haben«, betonen die Verfasser des Gesetzentwurfs. Plattformbetreiber wie Facebook oder Twitter sollen so mit ihrer Technologiekompetenz zum Persönlichkeitsrechtsschutz beitragen und nicht an die Stelle von Gerichten treten. Das Thema Cybermobbing steht schon länger im Fokus der Passauer Forschungsstelle. So haben Heckmann und Paschke 2016 zusammen mit Studierenden der Universität Passau eine Social-Media-Kampagne für den Kinofilm »Lena Love« wissenschaftlich begleitet, der sich dem Thema Cybermobbing an Schulen widmet. Hierfür haben sie den Hashtag #IamLena entwickelt, der Solidarität mit der Protagonistin im Film ausdrückt. Die Hauptdarstellerin der Lena, die Schauspielerin Emilia Schüle, zeigt sich am Rande der diesjährigen Berlinale von der aktuellen Gesetzesinitiative begeistert und will sich in einem geplanten »Passauer Aufruf gegen Cybermobbing« engagieren.

  • Pressemitteilung der Universität Passau vom 19.03.2018

 

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Bundesweit einmalige Studie: RKI veröffentlicht neue Daten zu Gesundheit und Gesundheitsverhalten von Heranwachsenden

Wie viele Jugendliche rauchen, und wie viele von ihnen tun dies auch noch als junge Erwachsene? Wie viele überwichtige Kinder sind auch nach mehr als zehn Jahren noch übergewichtig? Wie haben sich psychische Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen im Lebensverlauf entwickelt?

Die neuen Ergebnisse der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, KiGGS, geben erstmals Antworten aus der Untersuchung und Befragung von Teilnehmenden, die bereits an der ersten, 2006 beendeten, Studie teilgenommen haben. Solche Längsschnittdaten ermöglichen es, die Ursachen von Erkrankungen, Risiko- und Schutzfaktoren zu untersuchen. Außerdem gibt es neue Daten zur aktuellen Gesundheitssituation und zum Gesundheitsverhalten der Heranwachsenden sowie zu Trends seit der ersten Studie. Die aktuelle KiGGS-Studie ist 2014 bis 2017 durchgeführt worden. »Die KiGGS-Daten sind wichtige Grundlage für evidenzbasierte Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung«, sagt Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts.

Erste Ergebnisse zu ausgewählten Themen werden in der neuen Ausgabe des Journal of Health Monitoring und bei einem Symposium am 15.03.2018 vorgestellt. »Vor allem die Frage, wann entscheidende Weichen für die körperliche und seelische Gesundheit gestellt werden, können wir mit den neuen Längsschnittdaten besser untersuchen«, unterstreicht Wieler. So zeigen die KiGGS-Daten zum Beispiel, dass mehr als die Hälfte der zwei- bis sechsjährigen Kinder mit Übergewicht oder Adipositas auch als Jugendliche übergewichtig beziehungsweise adipös sind und daher eine frühe Vorbeugung notwendig ist. Weitere Verlaufsanalysen präsentieren die RKI-Wissenschaftler für die Entwicklung psychischer Auffälligkeiten im Lebensverlauf, die Entwicklung des Rauchverhaltens beim Übergang vom Jugend- ins junge Erwachsenenalter und für die allergische Sensibilisierung, die auf ein Risiko für eine Allergie hinweist.

Neben den Verlaufsdaten präsentieren die RKI-Wissenschaftler auch (Querschnitt-)Daten und Trends zur allgemeinen Gesundheit, zu Übergewicht und Adipositas, körperlicher Aktivität, Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke, Heuschnupfen und Asthma, Rauchverhalten sowie Rauchen in der Schwangerschaft.

Thema auf der Tagung ist auch die Fortführung der KiGGS-Erhebungen, insbesondere der KiGGS-Kohorte. »Gerade dieser Teil ist aus unserer und aus der Sicht von Public Health etwas sehr Wichtiges, Wertvolles und auch international in dieser Form Einmaliges«, meint Dr. Bärbel-Maria Kurth, Leiterin der Abteilung Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring.

KiGGS ist die einzige umfassende Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Für die erste KiGGS-Studie von 2003 bis 2006 wurden 17.641 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 17 Jahren in 167 Orten untersucht und gemeinsam mit ihren Eltern befragt. Die aktuelle Untersuchung wurde von 2014 bis 2017 wiederum an 167 Orten durchgeführt, mit 10.853 Teilnehmenden aus der ersten Studie und einer neuen Stichprobe 0- bis 17-Jähriger (15.023).

Weitere Informationen finden sich im Journal of Health Monitoring 1/2018 unter www.rki.de/johm und in einer Kurzbroschüre mit ausgewählten Ergebnissen, die als Printversion unter gbe@rki.de bestellt werden kann.

  • Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts vom 15.03.2018

 

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Jugendliche gegen Vorurteile und Extremismus stärken

Familienministerium baut Präventionsprogramm an Schulen aus

Um Jugendliche vor religiös begründeter Radikalisierung zu schützen, muss man sie dort erreichen und ansprechen, wo sich ihr Alltag abspielt – in der Schule. Um Schülerinnen und Schüler als mündige Bürgerinnen und Bürger zu stärken, bietet das Vorhaben »Jugendsozialarbeit an Schulen« den Jugendlichen an 166 Standorten ab März bundesweit sozialpädagogische Begleitung, in der Schule und beim Übergang ins Berufsleben an. Der Halt und das Aufzeigen von Lebensperspektiven stabilisieren junge Menschen und sind damit ein wichtiger Schutz vor Radikalisierung. Hier setzt die Präventionsarbeit der Bundesregierung mit dem Nationalen Präventionsprogramm gegen islamistischen Extremismus an. Gemeinsam mit den Ländern wird mit diesem Vorhaben das Engagement an Schulen erheblich ausgebaut.

»Eine funktionierende Präventionsarbeit kann vor Ort nur in Zusammenarbeit von Schule, Jugendhilfe, Vereinen, Kommunen und weiteren relevanten Akteuren erfolgreich sein. Die Schule spielt dabei die zentrale Rolle. Mit dem Präventionsprogramm an Schulen unterbreiten wir allen Jugendlichen Angebote, mit denen sie lernen können, sich selbst in der Diskussion mit anderen zu positionieren und unterschiedliche Meinungen auszuhalten. So können sie gezielt stark gemacht und in die Lage versetzt werden, radikale Propaganda zu erkennen, ihr zu widerstehen und argumentativ zu entgegnen«, betont Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Umsetzungspartner des Vorhabens »Jugendsozialarbeit an Schulen« sind neben den Ländern die Jugendmigrationsdienste, Schulen, Träger der Radikalisierungsprävention und der politischen Kinder- und Jugendbildung.

Ab 01.03.2018 werden in 15 Bundesländern rund 172,5 Vollzeitstellen finanziert, die neben individueller Begleitung auch Gruppenangebote und Veranstaltungen in Schulen gemeinsam mit Trägern der politischen Bildung und der Radikalisierungsprävention anbieten.

Das Vorhaben wird auch über 2018 hinaus fortgesetzt. Weitere Informationen finden sie unter https://www.bmfsfj.de/jugendsozialarbeit.

  • Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 16.02.2018 (BMFSFJ)

 

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Jugendsozialarbeit an Schulen

Das Präventionsprogramm »Jugendsozialarbeit an Schulen« schützt Jugendliche durch sozialpädagogische Begleitung in der Schule und beim Übergang in den Beruf vor religiös begründeter Radikalisierung.

Mit präventiven Angeboten an bundesweit 167 Standorten schützt das Programm »Jugendsozialarbeit an Schulen« Jugendliche vor religiös motiviertem Extremismus. Dabei spielt nicht nur die Stärkung junger Menschen als mündige, demokratisch gebildete Bürgerinnen und Bürger eine wichtige Rolle. Auch das Aufzeigen von Lebensperspektiven durch eine sozialpädagogische Begleitung in der Schule und beim Übergang von der Schule in den Beruf stabilisieren junge Menschen und sind damit ein wichtiger Schutz vor Radikalisierung.

Schulen als Anlaufstellen

Die Schulen als wichtige Anlaufstellen für primär-präventive Angebote werden dabei unterstützt, jungen Menschen die Werte einer demokratischen und offenen Gesellschaft zu vermitteln, um ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber menschenfeindlichen Ideologien zu stärken. Jugendliche lernen in Gruppenangeboten, sich selbst im Diskurs mit anderen zu positionieren und unterschiedliche Auffassungen auszuhalten.

Gemeinsame Präventions­strategie vor Ort

Eine Präventionsstrategie vor Ort kann nur in Zusammenarbeit erfolgreich sein: Umsetzungspartner des Programms sind Jugendmigrationsdienste, Schulen, Träger der Radikalisierungsprävention beziehungsweise der politischen Kinder- und Jugendbildung und öffentliche Träger der Jugendhilfe. Beteiligt werden zudem die Landesdemokratiezentren.

Unterstützung beim Übergang in den Beruf

Die Jugendmigrationsdienste (JMD) bieten ergänzend sozialpädagogische Beratung und Begleitung für Schülerinnen und Schüler, die einen besonderen Unterstützungsbedarf beim Übergang von der Schule in den Beruf haben. Durch individuelle Beratung soll verhindert werden, dass fehlende Lebensperspektiven zu einem Radikalisierungsfaktor werden können. Die JMD stehen den Schülerinnen und Schülern entweder direkt in den Schulen oder in ihren Einrichtungen zur Verfügung.

  • Pressemitteilung des BMFSFJ vom 13.03.2018

 

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Register 2017

     
   

Hier finden Sie das Jahresverzeichnis 2017 der jugendhilfe zum Download:

     
   

 Jahresregister

     

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