Thema 

 




Medienpädagogik in der Jugendhilfe

Christian Helbig und Nadia Kutscher

Kinder und Jugendliche wachsen heute selbstverständlich mit digitalen Medien auf. Ebenso wie es bei dem Buch, dem Radio und Fernsehen zu beobachten war, folgen aus dieser Erkenntnis Fragestellungen und Herausforderungen für die, die professionell mit jungen Menschen in den unterschiedlichen (Bildungs-)Kontexten arbeiten. Seit den 1960er-Jahren hat sich die Medienpädagogik als Disziplin entwickelt und befasst sich sowohl mit Fragen des Aufwachsens mit den jeweils aktuellen Medienangeboten als auch damit, wie über, mit und von Medien gelernt werden kann. Schulen, Jugendzentren und jugendkulturelle Einrichtungen sind seither Felder medienpädagogischer Arbeit. Zunehmend stellen sich aber auch in anderen Feldern der Kinder- und Jugendhilfe medienbezogene Aufgaben und Herausforderungen, die sowohl fachliches Wissen und Können als auch Reflexion erfordern, nicht zuletzt, weil digitale Medien zunehmend Einzug in die Organisationen und in den Arbeitsalltag von Fachkräften halten.

Der folgende Beitrag erörtert, was Medienpädagogik ist und welche Bedeutung digitale Medien in der Kinder- und Jugendhilfe haben. Daran anknüpfend werden Ansätze der Medienpädagogik vorgestellt und abschließend Berührungspunkte und Divergenzen medienpädagogischer Logiken im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe diskutiert.

1. Was ist Medienpädagogik?

Die Medienpädagogik setzt sich als Disziplin und Profession mit Theorien, Ansätzen und Konzepten auseinander, die sich mit der Rolle der Medien in Erziehung, Bildung und Sozialisation befassen (vgl. Süss/Lampert/Wijnen 2010, 14). Grundlegend dafür sind die Veränderungen und Entwicklungen von Kommunikation, die Gesellschaft und Kultur, Aufwachsen und Leben sowie die politischen und zunehmend auch pädagogischen Diskurse nachhaltig prägen. Zentral für die Medienpädagogik ist das Individuum mit den jeweiligen subjektiven Sinn-Konstruktionen und dem jeweiligen (Medien-)Handeln. Dabei ist insbesondere der Bezug zu Theorien und empirischen Studien der Mediensozialisation von Bedeutung. Sie nehmen in den Blick, wie sich Kinder und Jugendliche sowohl bestimmte Medienangebote als auch ihre eigene Umwelt aneignen (vgl. Vollbrecht/Wegener 2010). Im Zentrum steht allerdings nicht die Technik selbst, sondern die Bedeutung von kommunikativen Aushandlungsprozessen in der Aneignung zwischen Mensch und Welt. Für professionelles medienpädagogisches Handeln ist folglich das Schaffen von Kommunikationsanlässen mit, über und durch Medien handlungsleitend. Medienpädagogische Kommunikationsanlässe werden geschaffen, um Mündigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe bei Kindern und Jugendlichen zu fördern. Leitidee dahinter ist, dass der mündige Umgang mit Medien grundlegend für die Übernahme von Selbstbestimmung und sozialer Verantwortung (vgl. Hipfl 1996) sowie für die Förderung von Bildung, Demokratie, Wirtschaft und Kultur ist (vgl. Tulodziecki 1998).

Den vollständigen Beitrag finden Sie im aktuellen Heft der Jugendhilfe.

... nach oben

 


Themen - Archiv

   
 

einen Überblick über die Themen-Beiträge der vergangenen Monate finden Sie im Archiv

 

klicken Sie hier, um ins Themen - Archiv zu gelangen