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Belastungsfaktoren bei Kindern und Jugendlichen aus intersektionaler Perspektive

Nicole von Langsdorff

Kinder und Jugendliche, die von Benachteiligungen betroffen sind, müssen ihre Lebenswelt unter schwierigen Lebensbedingungen gestalten. Sie erleben Belastungen, denen Kinder- und Jugendhilfe mit ihren Angeboten begegnen muss. Um Angebote zu schaffen bzw. zu verändern, muss allerdings zunächst ein Bewusstsein für das Erkennen von Belastungssituationen geschaffen werden. Belastungen existieren selten isoliert, sondern viel häufiger in überlappender, sich überschneidender Form auf mehreren Ebenen. Mithilfe eines intersektional ausgerichteten Blickes kann es möglicherweise gelingen, diese Überschneidungen zu erkennen und ggf. Maßnahmen der Gegensteuerung zu entwickeln.

1. Aktuelle gesellschaftliche Prozesse

Die aktuellen gesellschaftlichen Prozesse und Herausforderungen für Kinder und Jugendliche spielen sich vor dem Hintergrund stärkerer Individualisierung, bei gleichzeitig ökonomischer Profitorientierung ab. Trotz größerer Freiheiten, einen Weg einzuschlagen, der den eigenen Bedürfnissen entspricht, wirkt dennoch das kapitalistische Verwertungsprinzip. Dieses verordnet dem Menschen, seine Ressourcen bestmöglich zu vermarkten (vgl. Winker/Degele 2009). Dabei steigt auch das Risiko, dass Selbsthilfetendenzen schwinden. Wer wenig verwertbares ökonomisches, kulturelles, soziales und symbolisches Kapital (vgl. Bourdieu 1993) besitzt, hat weniger Möglichkeiten privilegierte Positionen in der Gesellschaft zu besetzen. Armut reproduziert sich, auch das ist keine neue Erkenntnis. Um diese Prozesse besser einordnen zu können, differenzieren vorliegende Studien deshalb die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen häufig in unterschiedliche soziokulturelle Milieus. Die Ergebnisse dieser Studien versuchen ein Bild der Lebenswelten zu zeichnen, in dem sichtbar wird, dass die unterschiedlichen Interessen und Vorlieben von Menschen durchaus in Zusammenhang mit ihrem verfügbaren Kapital stehen. Sie kategorisieren die unterschiedlichen Personengruppen in sogenannte soziokulturelle Milieus. Dabei werden einige Zusammenhänge mehr als deutlich. Neben denjenigen Milieus, die vom gesellschaftlichen Strukturwandel durchaus profitieren konnten, für die sich also im Durchschnitt mehr Chancen eröffnen, gibt es auch einen nicht unerheblichen Anteil von Personengruppen, die unter benachteiligenden bis hin zu prekären Lebensbedingungen leben müssen (vgl. Calmbach et al. 2012; DIPF 1996).

Den vollständigen Beitrag finden Sie im aktuellen Heft der Jugendhilfe.

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