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Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität – Queere Jugendliche zwischen Vulnerabilität und Ressourcen

Thomas Kugler1

Der Artikel stellt Forschungsbefunde zu den Lebenslagen von lesbischen, schwulen, bisexuellen und Trans* (LGBT) Jugendlichen vor und geht dabei besonders auf die spezifischen Sozialisationsbedingungen ein, unter denen diese Jugendlichen aufwachsen: Dazu gehören das Fehlen von Vorbildern, heteronormative Erwartungen an Geschlechtsausdruck und Partner_innenwahl, mangelnde Unterstützung und Diskriminierungserfahrungen in Familie, Schule und Umfeld. Diese Faktoren bedingen eine spezifische psychosoziale Belastung, z.B. ein erhöhtes Suizidrisiko, und weisen LGBT Jugendliche als besonders vulnerable Gruppen aus.

»Studien zeigen, dass Gewalt und Mobbing an Schulen häufig gegen Kinder und Jugendliche gerichtet sind, die in der Wahrnehmung der anderen die ›normalen‹ Gender-Anforderungen nicht erfüllen; das schließt Kinder und Jugendliche ein, die als LGBT wahrgenommen werden. Diese Gewalt stellt eine unmittelbare Bedrohung des Rechts auf Bildung dar. Sie beeinträchtigt das Lernen in der schwierigen Übergangszeit zum Erwachsenenalter. Diese Gewalt spiegelt die gesamtgesellschaftliche Situation wider und setzt eine Kultur des Hasses und der Intoleranz fort. Gemessen in Menschenleben bedeutet sie einen enormen Verlust, da homophobe und transphobe Gewalt tödliche Folgen haben können.« Irina Bokowa, die Generaldirektorin der UNESCO, spricht in ihrem Grußwort zum Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie vom 17.05.2014 die besonders verletzliche Situation von Jugendlichen an, deren untypischer Geschlechtsausdruck sie zu Opfern von Mobbing und Gewalt werden lässt. Wird Vulnerabilität üblicherweise mit Faktoren wie Geschlecht, Beeinträchtigung, Migrationsgeschichte, Bildungsbenachteiligung oder soziökonomischem Status verbunden, so ist der Blick auf die Faktoren sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität noch relativ neu.

Die Forschung beschäftigt sich erst seit den 1980er-Jahren vereinzelt mit den Lebenslagen von lesbischen, schwulen und bisexuellen Jugendlichen, mit Trans*Jugendlichen erst seit etwa Anfang dieses Jahrtausends. Daher existieren nur verhältnismäßig wenige Daten zu diesen Gruppen. Die vorliegenden Forschungsergebnisse beziehen sich meist auf schwule bzw. auf lesbische und schwule Jugendliche, teilweise wird auch explizit auf bisexuelle und Trans*Jugendliche eingegangen. Die Lebenslagen von Trans*Jugendlichen sind wissenschaftlich in deutlich geringerem Maße erforscht. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass sie in vielen Punkten auf vergleichbare heteronormative Barrieren stoßen wie Jugendliche mit gleichgeschlechtlichen Gefühlen. Zu den Erfahrungen von intergeschlechtlichen Jugendlichen liegen bislang noch keine Befragungen vor.

Was zeichnet die Lebenslagen von lesbischen, schwulen, bisexuellen und Trans*Jugendliche aus? Hier werden einige Forschungsergebnisse und ihre Hintergründe vorgestellt.

Den vollständigen Beitrag finden Sie im aktuellen Heft der Jugendhilfe.

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