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Aktuelle Entwicklungen in den stationären Erziehungshilfen

Eine Analyse auf der Grundlage der amtlichen Kinder- 
und Jugendhilfestatistik

Sandra Fendrich/Agathe Tabel

Hilfen zur Erziehung haben in den letzten Jahren immer weiter an Bedeutung gewonnen. Dies zeigt sich in den sich ausdifferenzierenden sozialpädagogischen Konzepten und Angebotsprofilen einerseits sowie andererseits in einer deutlichen Expansion der Fallzahlen in diesem Arbeitsfeld. Zum Jahresende 2016 hat das Statistische Bundesamt die Daten des Jahres 2015 zu den Hilfen zur Erziehung veröffentlicht. Mit einer Gesamtzahl von 1.052.305 jungen Menschen, die 2015 eine Hilfe zur Erziehung in Anspruch genommen haben, wurde ein neuer Höchststand erreicht. Besonders stark angestiegen ist der Bereich der Fremdunterbringungen, und zwar insbesondere die stationären Unterbringungen in Einrichtungen der Heimerziehung gem. § 34 SGB VIII. Wurde bereits in den letzten Jahren deutlich, dass mit Blick auf die Heimerziehung nicht von einer Konsolidierung der Leistungen gesprochen werden kann, ist in diesem Segment aktuell der stärkste Anstieg der Fallzahlen im Vergleich der letzten Jahre zu beobachten. Im nachfolgenden Beitrag wird daher die Entwicklung der Heimerziehung mit Blick auf ihre Adressat(inn)en und die Gründe für die Gewährung der stationären Leistungen als Einflussgrößen genauer unter die Lupe genommen.

1. Überblick zu Entwicklungen im Leistungssegment der Fremdunterbringung im Rahmen erzieherischer Hilfen

Im Jahr 2015 wurden über die amtliche Kinder- und Jugendhilfestatistik (KJH-Statistik) bundesweit 1.052.305 Kinder, Jugendliche und junge Volljährige gezählt, die eine Hilfe zur Erziehung in Anspruch genommen haben (vgl. Tabelle 1). Bereits 2012 wurde erstmals die Millionen-Grenze bei der Zahl der Adressat(inn)en durchbrochen. Bevölkerungsbezogen werden derzeit 660 pro 10.000 der unter 21-Jährigen von Hilfen zur Erziehung erreicht. Schaut man sich die Verteilung der Leistungssegmente an, nimmt die Erziehungsberatung gem. § 28 SGB VIII mit 447.360 Hilfen den größten Anteil ein (43 %). Ambulante Hilfen (§§ 27,2er-Hilfen, §§ 29 bis 32, 35 SGB VIII) und Fremdunterbringungen (§§ 27,2er-Hilfen, 33-34 SGB VIII) sind 2015 dementsprechend mit einem Anteil von insgesamt 57 % im Leistungsbereich der Hilfen zur Erziehung vertreten, wobei es hierbei mehr ambulante Hilfen (37 %) als Fremdunterbringungen (20 %) gibt.

Den vollständigen Beitrag finden Sie im aktuellen Heft der Jugendhilfe.

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