Thema 

 


Digital-vernetzte Lebenswelten

Angela Tillmann

Die Lebenswelten Jugendliche stellen sich heute digital-vernetzt dar. Jugendliche nutzen die digitale Infrastruktur vor allem zur Beziehungspflege, Identitätsentwicklung und Partizipation. Es zeigen sich dabei weiterhin soziale Ungleichheiten im Zugang und in der Aneignung der digitalen Medien. Online konfrontiert werden Jugendliche zudem mit einer undurchsichtigen Datenverwertung und neuen Grenzverschiebungen z.B. im Bereich Öffentlichkeit und Privatheit. Die Jugendhilfe ist daher aufgefordert, die digitale Grenzarbeit der Jugendlichen stärker in ihrer Arbeit zu berücksichtigen.

1. Das Online-Handeln Jugendlicher

Die Lebenswelten von Jugendlichen haben sich deutlich gewandelt und dieser Wandel ist eng mit Medien verknüpft. Medien – verstanden als technisch-apparative, audiovisuelle und elektronische, zunehmend digital codierte Medien – durchdringen die Alltagskommunikation und das Alltagshandeln der über 14-Jährigen: Jugendliche kommunizieren per Messenger, vernetzen sich in Sozialen Netzwerken, informieren sich über Suchmaschinen und Videoplattformen, spielen online – immer häufiger auch mobil und schauen anderen beim digitalen Spielen und Kommentieren von Spielen zu (mpfs 2017). Sie schließen sich Clans, Gilden und anderen Online-Communities an, inszenieren sich per Selfies, teilen Fotos und Videos, liken sich, demonstrieren in Blogs ihre Zugehörigkeit zu jugendkulturellen Szenen u.v.m. Die traditionelle Form der Medienkommunikation – die einseitige Rezeption (z.B. beim Fernsehen oder Radio), wird immer mehr ergänzt durch die interpersonale Kommunikation (z.B. per Smartphone) und auch die Interaktion (z.B. das digitale Spiel). Die Kommunikation findet zudem »immer häufiger, länger, in immer mehr Lebensbereichen und bezogen auf immer mehr Themen in Bezug auf Medien« statt (Krotz, 2007, 38). In der Kommunikationswissenschaft wird dieser Entwicklungsprozess als »Mediatisierung « bzw. der aktuelle Mediatisierungsschub (nach der Einführung des Buchdrucks, des Radios und Fernsehens) als »Digitalisierung« beschrieben (Krotz 2001, 2007). Die Jugend stellt sich im Zuge dieser Entwicklung als mediatisiert bzw. digitalisiert dar. Für sie ist es heute selbstverständlich, dass sie ergänzend zu und in Verschränkung mit den Online-Welten Identitäts- und Vergemeinschaftungserfahrungen macht. Im Vordergrund der Sozialen Netzwerk- bzw. Social Web-Nutzung steht für Jugendliche die Beziehungspflege, sie ist für diese das wichtigste Nutzungsmotiv (Schmidt/Paus-Hasebrink/Hasebrink 2009, 201 ff.). Jugendliche nutzen das Internet aber auch, um sich darzustellen, Zugehörigkeiten auszuhandeln und zu partizipieren (Tillmann/Vollbrecht 2006; ­Biermann/Fromme/Verständig 2013; Hugger 2014, ­Tillmann 2017). Teils vernetzen sie sich global und transnational (­Hugger 2008).

Jugendliche gestalten den kulturellen und sozialen Wandel somit aktiv mit; sie werden allerdings gleichzeitig mit Grenzverschiebungen konfrontiert, sodass der 15. Kinder- und Jugendbericht sie als digitale Grenzarbeiter_innen bezeichnet (Deutscher Bundestag 2017, 273).

Den vollständigen Beitrag finden Sie im aktuellen Heft der Jugendhilfe.

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