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Medienerziehung in der stationären Jugendhilfe

Olivier Steiner / Monika Luginbühl / Rahel Heeg / Magdalene Schmid

Medienerziehung in der stationären Jugendhilfe ist eine Aufgabe, für die sich mit der umfänglichen Verbreitung digitaler Medien im Alltagsleben von Kindern und Jugendlichen neue Chancen und Herausforderungen ergeben. Die Schweizer Studie MEKiS zeigt, dass Fachkräfte in der stationären Jugendhilfe konzeptionell sowie im Alltagshandeln vielfach auf die Einschränkung der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen orientiert sind und erzieherisch weniger die Chancen digitaler Medien nutzen (wie bspw. zu Vernetzung und Gestaltung). Digitale Medien bieten mittlerweile selbst eine Erziehungsumgebung, vermittels derer gemeinsames Lernen und eine aktive Erschliessung der Lebenswelt möglich wird.

»Auf der zweiten Wohngruppe diskutieren sie jetzt auch, ob sie den Kindern ab 14 Jahren den WLAN Zugang geben. Ich bin da zurückhaltend, ich würde das als Bonus im Hintergrund halten. Wenn alles funktioniert, wenn sie ihre Sachen machen, dann kann man das diskutieren.«
Sozialpädagoge im Forschungsprojekt MEKiS

Medienerziehung stellt heute, im Zuge der sich vollziehenden digitalen Revolution, eine Herausforderung in erzieherischen Settings von Familie und Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit dar. Insbesondere in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe, in welcher eine die Eltern stellvertretende Erziehung durch Fachkräfte wahrgenommen wird, sind digitale Medien ein drängendes Thema. Fachkräfte in stationären Einrichtungen sind gegenüber der Medienerziehung oftmals unsicher (Behnisch & Gerner 2014): Soll ein Handy auf dem Zimmer zugelassen werden oder nicht? Soll WLAN zur Verfügung gestellt werden oder nicht? Dürfen die Jugendlichen Computerspiele spielen? Soll eine Fachkraft sich auf WhatsApp mit den Kindern und Jugendlichen vernetzen? Dürfen Bilder der Kinder und Jugendlichen auf den Handys der Fachkräfte gespeichert werden?

Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen sind in vielen Fällen biografisch belastet und traumatisiert (Schmid 2008). Die Nutzung digitaler Medien kann sowohl bei den Kindern und Jugendlichen als auch ihren Familien problematisch und exzessiv sein (Kluge 2014). Auch Hajok (2014, 86) stellt fest: »Eine Computerspiel- und Internetsucht etwa wird neben Alkohol-, Tabak-, Drogenkonsum und psychopathologischen Auffälligkeiten mittlerweile sogar als eine ›typische‹ konsumbezogene Problemlage in der stationären Jugendhilfe hervorgehoben.«

Fachkräfte sind in stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe bezüglich digitaler Medien entsprechend mit vielen Fragen konfrontiert, die pädagogische, rechtliche und alltagspraktische Hintergründe haben. Dieser Beitrag stellt im ersten Teil einige grundsätzliche Aspekte des digitalen Wandels vor und diskutiert diese im Hinblick auf Fragen der Medienerziehung von Kindern und Jugendlichen. Im zweiten Teil werden Ergebnisse einer quantitativen und qualitativen Studie zu digitalen Medien in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe vorgestellt und im Hinblick auf medienerzieherische Dimensionen, aktuelle Spannungsfelder und Herausforderungen vorgestellt. Im dritten Teil werden Schlussfolgerungen und Empfehlungen für die Medienerziehung in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe diskutiert.

Den vollständigen Beitrag finden Sie im aktuellen Heft der Jugendhilfe.

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