Thema 

 



Grenzsetzung in der KiTa

Malte Mienert

Die Begriffe Grenzen, Regeln, Konsequenzen, Strafen, Verhandlungen werden im Alltag von Kindertagesstätten nicht einheitlich verwendet. Der folgende Artikel widmet sich dem Setzen von Grenzen und der Vereinbarung von Regeln mit Kindergartenkindern aus entwicklungspsychologischer Perspektive. Die unterschiedlichen Begriffe werden geklärt, ihr entwicklungspsychologischer Hintergrund wird dargelegt und Hinweise werden gegeben, wie Verhaltenserwartungen mit Kindergartenkindern altersgerecht besprochen werden können.

Die Situation von Vorschulkindern heute

Sind Sie, so wie ich, vor Mitte der 1990er Jahre geboren? Dann teilen wir etwas, das uns stark und selbstbewusst werden ließ: selbstbestimmte Freizeit. Vormittags waren wir in den angeleiteten Strukturen von Bildungseinrichtungen, setzten uns mit deren Angeboten und Forderungen auseinander und arrangierten uns mit den vorgegebenen Abläufen, Inhalten, Personen und Beziehungen. Aber zu Hause hatten wir frei. Wir konnten einfach machen, was wir wollten. Kein Erwachsener hat uns kontrolliert, überwacht, Grenzen gesetzt, Regeln aufgestellt, Gefahren abgewehrt oder Aufsichtspflicht ausgeübt.

Diese Erfahrung fehlt selbst Kindern im Vorschulalter heute völlig. Wir diskutieren über selbstbestimmtes Lernen der Kinder und erleben gleichzeitig, dass ihre Freiräume für eigenständige Entscheidungen gegen null gehen. Überwachte Kindheit – so lautet das Phänomen, das uns gesellschaftlich auf lange Sicht Probleme bereiten wird. Wir lassen eine Generation heranwachsen, die in den pädagogischen Einrichtungen genauso wie in der Familie von Angebot zu Angebot geführt wird, von Gefahren ferngehalten und abgesichert wird, einen vorgefertigten Tagesablauf vorfindet und so Lernen als etwas kennenlernt, das von Erwachsenen vorgegeben und gesteuert wird. Die Angst der Erwachsenen um die Zukunft der Kinder führt in einen Teufelskreis aus noch mehr erzwungener Passivität bei den Kindern, die wiederum zu noch mehr Angeboten, Steuerung und Überwachung führt.

In diesem Beitrag geht es um die Bedeutung von Grenzsetzungen für Kinder im Alltag von Kindertageseinrichtungen. Kinder sollen in der Einrichtung selbst machen, was sie wollen? Ja, das sollen sie! Und dabei sollen sie lernen, für das eigene Handeln Verantwortung zu übernehmen. Damit jeder machen kann, was er will, bedarf es Abstimmung und Regeln. Grenzen erleben die Kinder aus dem Rahmen der pädagogischen Situation, aus dem Zusammensein mit Leuten, die sie sich nicht freiwillig ausgesucht haben, aus der Anwesenheit in einer Einrichtung, die sie nicht selbst bestimmt haben und aus dem aktuellen Stand ihrer entwicklungspsychologischen Fähigkeiten, die ihnen nur begrenzt die Möglichkeit geben, ihre Situation »erwachsen-vernünftig« zu reflektieren.

Kaum ein Thema bewegt Pädagogen so stark wie das Thema »Grenzen setzen«. Wie wichtig sind Grenzen für Kinder? Was tue ich, wenn Kinder aufgestellte Regeln immer wieder brechen? Sollen sich Kinder »heutzutage« alles erlauben dürfen? Wo endet Erziehung, und wo beginnt Dressur oder Gewalt?


Den vollständigen Beitrag finden Sie im aktuellen Heft der Jugendhilfe.

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