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Schulbesuch und Abschluss

Jutta Hagen

Minderjährige haben in Deutschland ein Recht auf Bildung. Dies stellt die schulischen Regelsysteme angesichts der großen Zahl zu integrierender geflüchteter Kinder und Jugendlicher aktuell vor enorme Herausforderungen. Geflüchtete leben in prekären Wohnverhältnissen und unter dem Damoklesschwert einer unklaren Bleibeperspektive. Dies erschwert die Teilnahme an schulischer Bildung erheblich und es verwundert daher nicht, dass Geflüchtete geringe Chancen auf erfolgreiche Bildungsabschlüsse haben. Seitens der Politik wird Bildung gleichwohl als zentrales Instrument für die Integration Geflüchteter angesehen. Ein Gutachten des sog. Aktionsrats Bildung schließt sich dieser Auffassung an und reklamiert, dass hierzu für mehr Chancengerechtigkeit gesorgt werden müsse und schlägt eine spezielle auf zwei Jahre verkürzte Arbeitsmarktqualifizierung für Geflüchtete als Integrationsinstrument vor. Im Rahmen von Schulsozialarbeit und seitens der Jugendhilfe werden schulbegleitende Interventionskonzepte entwickelt, die zum einen die Bildungsdefizite der Kinder und Jugendlichen kompensieren sollen und zum anderen die persönlichen familiären, psychischen und asylrechtlichen Schwierigkeiten beratend und vermittelnd in den Blick nehmen. Außerdem werden in verschiedenen Projekten ehrenamtliche MentorInnen ausgebildet, die geflüchteten Kindern und Jugendlichen schul- und ausbildungsbegleitend zur Seite stehen. Das von der Politik verfolgte Bildungsziel, an dem die Jugendhilfe auf diese Weise mitwirkt, ist letztlich die Integration der Geflüchteten auf dem Arbeitsmarkt mit der dazugehörigen Moral, Verantwortung für den eigenen Bildungs- und Arbeitsmarkterfolg anzunehmen und sich in Konkurrenz zu seinesgleichen anzustrengen, um möglichst zu den Gewinnern dieser Konkurrenz zu gehören. Dies schließt die Verschärfung der Konkurrenzlage für alle Beteiligten ein und verlangt von den Verlierern zugleich, dass sie sich in diese Art zu leben einfinden, unabhängig davon, ob sich dadurch ihre Hoffnungen auf ein besseres Leben erfüllen oder ob ihre Perspektive in Deutschland darin besteht, dauerhaft mit oder ohne Arbeit in Armut zu leben.

1. Das Recht auf Bildung für Minderjährige

Nach dem Global Education Monitoring Report der UNESCO vom Mai 2016 besuchen weltweit weniger als 50 % der minderjährigen Geflüchteten eine Grundschule und nur 25 % der jugendlichen Geflüchteten eine weiterführende Schule.

Minderjährige haben in Deutschland ein Recht auf Bildung. Gem. Art. 28 der UN Kinderechtskonvention, und Grundgesetz Art. 1 Abs. 1 und Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 3, Abs. 1 hat die Bundesregierung sich verpflichtet, diesem Recht auf Bildung nachzukommen. »Allein im vergangenen Schuljahr sind nahezu 300.000 neu zugewanderte Kinder und Jugendliche in allgemein- und berufsbildende Schulen in Deutschland aufgenommen worden. Der größte Anteil mit 200.000 bis 250.000 Kindern und Jugendlichen entfällt hierbei auf Geflüchtete, zum Teil unbegleitete minderjährige Geflüchtete« (Erklärung der Kultusministerkonferenz zur Integration von jungen Geflüchteten durch Bildung vom 06.10.2016). Die schulischen Regelsysteme stehen damit aktuell vor enormen Herausforderungen, um die schulbesuchsberechtigten Kinder und Jugendlichen unter den Geflüchteten und Asylsuchenden zu integrieren.

1. Das Recht auf Bildung für Minderjährige

Nach dem Global Education Monitoring Report der UNESCO vom Mai 2016 besuchen weltweit weniger als 50 % der minderjährigen Geflüchteten eine Grundschule und nur 25 % der jugendlichen Geflüchteten eine weiterführende Schule.

2. Schulbesuch in prekären Lebenslagen

Die Lebenslage Geflüchteter erschwert die Teilnahme an Bildung erheblich. Sie haben häufig traumatische Fluchterfahrungen hinter sich und prekäre Lebensverhältnisse in Deutschland vor sich.

2.1 Prekäre Wohnverhältnisse

Geflüchtete leben häufig über einen längeren Zeitraum in Erstaufnahmeeinrichtungen, die angesichts der zeitweilig hohen Bedarfe erheblich überlastet waren und teilweise noch sind. Hier haben die Geflüchteten oft wenig Platz und keine Privatsphäre, so auch kein Zimmer, in dem sie lernen könnten oder auch nur einen Tisch, um Schulaufgaben zu erledigen.

Den vollständigen Beitrag finden Sie im aktuellen Heft der Jugendhilfe.

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