Thema 

 



Sekundäre Armutsprävention – Unverzichtbares Qualitätsmerkmal kommunaler Kinder-, Jugend- und Sozialpolitik

Margherita Zander

Aufwachsen in Armut stellt ein zentrales Entwicklungsrisiko für Kinder dar. Trotz Reichtum und Wohlstand verharrt Kinderarmut in Deutschland bereits seit Längerem auf sehr hohem Niveau. Bund, Länder und Kommunen müssten eigentlich eine gemeinsame Strategie entwickeln, um dem Problem wirkungsvoll zu Leibe zu rücken. Die Möglichkeiten der kommunalen Kinder- und Jugendhilfe sind auf sekundäre Armutsprävention begrenzt, d.h. dass auf dieser Ebene lediglich die negativsten Folgen für die betroffenen Kinder begrenzt oder abgeschwächt werden können. Dennoch müsste Armutsprävention auf der politischen Agenda der Kinder- und Jugendhilfe ganz oben stehen. Die Idee der Präventionskette verspricht hierbei erfolgreich zu sein!

Einleitung

Nein, man muss nicht mehr bei null anfangen, wenn man über Kinderarmut und kommunale Kinderarmutsprävention spricht oder schreibt. In den letzten zehn bis fünfzehn Jahren ist hier einiges in Bewegung gekommen: Parallel zur Veröffentlichung mehrerer empirischer Studien zu Kinderarmut (Holz u.a. 2016) und deren Folgen hat das Thema auch in Politik und sozialer Praxis zunehmend Aufmerksamkeit erfahren. Das heißt nicht, dass hier alles zum Besten liefe, denn Kinderarmut stagniert in Deutschland weiterhin auf erschreckend hohem Niveau, wenn sie nicht sogar steigt (Bertelsmann-Stiftung 2016, WSI 2017). Nach wie vor mangelt es an der politischen Bereitschaft, das Problem bei der Wurzel zu packen und ihm mit entsprechenden gesellschaftspolitischen Maßnahmen zu begegnen. Nach wie vor besteht hier dringlicher Handlungsbedarf auf allen politischen Ebenen: In erster Linie wäre der Bund gefordert, endlich eine armutsfeste bedarfsorientierte Grundsicherung für alle Kinder einzuführen, und die Länder sollten sich stärker in der Pflicht fühlen, kommunale Maßnahmen zur sekundären Armutsprävention im Rahmen ihrer Möglichkeiten anzuregen und zu fördern. Dass Aufwachsen in Armut den größten Risikofaktor für die kindliche Entwicklung darstellt, ist mehr als bekannt, und dennoch sei es wiederholt: Familiäre Armut beeinträchtigt das kindliche Wohlbefinden im Hier und Jetzt, beschneidet empfindlich die sozialen und kulturellen Teilhabechancen der Betroffenen und droht auch deren weitere Entwicklung negativ zu beeinflussen (Laubstein u.a. 2016 und Zander 2015a).

Positiv zu verzeichnen ist allerdings, dass mittlerweile seit Jahren auf kommunaler Ebene eine breitgefächerte Diskussion darüber in Gang gekommen ist, wie man mithilfe von Präventionsmaßnahmen vor Ort zumindest einen Teil der negativen Folgen für die Betroffenen auffangen oder abmildern könnte (Holz/Richter-Kornweitz 2010). Einen derartigen Handlungsansatz verfolgen bereits seit über zehn Jahren vom ISS begleitete Kommunen – so beispielweise das viel zitierte »Monheim für Kinder« (Holz u.a. 2005), dem sich seitdem weitere Kommunen angeschlossen haben. Das Land Niedersachsen bspw. fördert Kommunen beim Aufbau von Präventionsketten (s.u.). Eine ähnliche politische Schwerpunktsetzung verfolgt in NRW die »LVR-Koordinierungsstelle Kinderarmut«, wo man für eine »Arbeit in Netzwerken« plädiert, um auf kommunaler Ebene zielgerichtet alle Ressourcen zu bündeln (Gilles 2010).

Ausgehend von mir bekannten Beispielen praktizierter kommunaler Armutsprävention für Kinder und Jugendliche will ich nun ein idealtypisches Vorgehen skizzieren und auf diese Weise darlegen, wie ein solcher Prozess strukturiert und konzipiert sein müsste, um bestmögliche Wirksamkeit zu erzielen.

Den vollständigen Beitrag finden Sie im aktuellen Heft der Jugendhilfe.

... nach oben

 


Themen - Archiv

   
 

einen Überblick über die Themen-Beiträge der vergangenen Monate finden Sie im Archiv

 

klicken Sie hier, um ins Themen - Archiv zu gelangen