Thema 

 


Lernen und Lernschwierigkeiten

Andreas Gold

Kinder und Jugendliche lernen. Sie können gar nicht anders. Das meiste lernen sie beiläufig und ohne Anstrengung. Angeleitetes Lernen in Bildungsinstitutionen geschieht hingegen in aller Regel willentlich und ist mit – teils erheblichen – Anstrengungen verbunden. Im Wesentlichen hängt es von den individuellen Lernvoraussetzungen, vom Ausmaß der elterlichen Unterstützung und von der Qualität des Unterrichts ab, wie gut schulisches Lernen gelingt. Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten bedürfen einer individuellen Lernförderung, die möglichst passgenau auf ihre besonderen Lese-, Rechtschreib- oder Rechenschwierigkeiten zugeschnitten ist.

1. Lernen

Menschen sind lernfähig und darauf angewiesen, zu lernen. Die Lernfähigkeit ist angeboren, das Ausmaß ihrer Nutzung und das Ausmaß des individuellen Lernerfolgs allerdings nicht. Die individuellen Lernvoraussetzungen, die familiären Bedingungen, unter denen ein Kind aufwächst, sowie die schulischen Lernumgebungen, die ein Kind vorfindet, unterscheiden sich. Sie ermöglichen unterschiedliche Erfahrungen – und beeinflussen so den Lernerfolg. Lernen findet statt, wenn es infolge von Erfahrungen zu überdauernden Veränderungen im Verhaltenspotenzial eines Individuums kommt (Hasselhorn/ Gold 2017). In der Schule werden solche Erfahrungen gezielt und systematisch herbeigeführt. Der schulische Unterricht zielt auf den Erwerb von Wissen und Können und auf die Ausbildung der Fähigkeit zur Anwendung und zum Transfer des Gelernten. Ohne systematische Unterweisung lernen Kinder weder lesen, noch schreiben, noch rechnen.

Was gelernt wurde, kann im Verhalten einer Person sichtbar sein – oder auch nicht. In jedem Fall sind aber die Ergebnisse des Lernens im Gedächtnis gespeichert und können mehr oder weniger leicht aus dem Gedächtnis abgerufen werden. Der individuelle Lernerfolg hat viel damit zu tun, wie gut das Arbeitsgedächtnis einer Person funktioniert, aber auch die Aufmerksamkeitsprozesse, die Lern- und Leistungsmotivation, die Willenskraft und der Einsatz von Lernstrategien spielen eine wichtige Rolle.

Auch Erwachsene sind lernfähig, nur sind sie mitunter nicht mehr so leicht belehrbar wie Kinder. Allgemeine Entwicklungsvoraussetzungen begünstigen oder restringieren das Lernen und den Lernerfolg. Manche Fertigkeiten können Kleinkinder noch nicht erlernen, andere lassen sich später nicht mehr so leicht wie in jungen Jahren erlernen oder jedenfalls nach anderen Gesetzmäßigkeiten und mit einem wesentlich größeren Aufwand. Lern- und Entwicklungsprozesse spielen zusammen.

Den vollständigen Beitrag finden Sie im aktuellen Heft der Jugendhilfe.

... nach oben

 


Themen - Archiv

   
 

einen Überblick über die Themen-Beiträge der vergangenen Monate finden Sie im Archiv

 

klicken Sie hier, um ins Themen - Archiv zu gelangen