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Chronische Erkrankungen und ihre Bezüge zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität im Kindes- und Jugendalter

Arnold Lohaus

Schon im Kindes- und Jugendalter treten nicht selten chronische Erkrankungen auf, die die Lebensqualität von betroffenen Kinder und Jugendlichen einschränken können. In diesem Beitrag wird zunächst auf die Epidemiologie chronischer Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter sowie auf die damit verbundenen Konsequenzen für die gesundheitsbezogene Lebensqualität eingegangen. Es folgen Hinweise auf mögliche Maßnahmen zur Steigerung der Lebensqualität betroffener Kinder und Jugendlicher. Zentrale Themen sind dabei Maßnahmen zur Steigerung des krankheitsbezogenen Wissens und der Therapiemitarbeit sowie zur Verbesserung der sozialen Unterstützung und der sozialen Integration. Ein weiterer Themenschwerpunkt liegt bei der Stärkung der schulischen und beruflichen Perspektiven. Abschließend wird auf potenzielle Entwicklungschancen durch chronische Erkrankungen eingegangen.

1. Epidemiologie physischer Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter

Das Kindes- und Jugendalter gilt gemeinhin als ein gesunder Lebensabschnitt, in dem die Morbiditäts- und Mortalitätsraten eher gering sind (Kolip, Hurrelmann & Schnabel 1995). Dennoch finden sich auch in diesem Lebensabschnitt schon hohe Raten an chronischen Erkrankungen. Als chronische Erkrankungen werden dabei Krankheitsbilder bezeichnet, die über einen längeren Zeitraum bestehen und die schwer oder gar nicht heilbar sind. Abgegrenzt werden sie von akuten Erkrankungen, bei denen es sich um vorübergehende gesundheitliche Beeinträchtigungen handelt, die nach relativ kurzer Zeitdauer wieder abklingen (wie ein grippaler Infekt; s. Lohaus 2017). Nach Warschburger (2009) findet sich bei 23,7 % aller Kinder und Jugendlichen eine chronische Erkrankung, während Hoß und Maier (2013) den Anteil Betroffener auf bis 15 % einschätzen. Diese Schätzung wird auch von der World Health Organization (WHO) angegeben, wobei hier ergänzend gesagt wird, dass sie vor allem dann gilt, wenn chronische Erkrankungen wie mildes Asthma bronchiale oder korrigierbare Seheinschränkungen einbezogen werden. Wenn eine engere Definition zugrunde gelegt wird, sinkt die Prävalenz auf die Hälfte (Michaud, Suris & Viner 2007). Für die unterschiedlichen Einschätzungen sind dementsprechend vermutlich Unterschiede bei den Zuordnungs- bzw. Diagnosekriterien verantwortlich zu machen (Lohaus 2017). Bei einzelnen Erkrankungsformen finden sich zwar Geschlechtsunterschiede, insgesamt kann man aber konstatieren, dass Mädchen und Jungen gleichermaßen betroffen sind. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten hat eine Verschiebung von akuten zu chronischen Erkrankungen und von somatischen zu psychischen Gesundheitsstörungen stattgefunden, wobei dies vor allem durch Fortschritte auf dem sozialen sowie medizinischen Sektor zurückgeführt wird (Schlack, Kurth & Hölling 2008).

Den vollständigen Beitrag finden Sie im aktuellen Heft der Jugendhilfe.

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