Thema 

 




»… da sein, wo Jugendliche und Eltern  sind«

Virtuelle Kommunikation in der Kinder- und Jugendhilfe

Peter-Ulrich Wendt

Virtuelle Kommunikation ist längst Praxis in einzelnen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe (z.B. in der virtuellen Erziehungsberatung, im Zusammenhang mit digital gestützten Verfahren der Teilhabe junger Menschen). Ihre Potenziale wie Risiken gilt es abzuwägen. Zwar ist für Euphorie in Bezug auf die Implementierung virtueller Kommunikationsformen kein Anlass gegeben, aber auch ablehnende Skepsis ist unangebracht. Im Kern stellt sich auch hier die Frage, wie die Selbstbestimmung der jungen Menschen und Eltern im Kontakt mit der Kinder- und Jugendhilfe sichergestellt und die Risiken der neuen Kommunikationsform durch kompetentes Handeln der Fachkräfte bewältigt werden können.

2009 konnte es (vielleicht?) noch überraschen, dass das Familienhaus Magdeburg via facebook® virtuell Kontakt zu den Teilnehmer*innen der Gruppen- und Einzelfallarbeit herstellte und über diesen »Kanal« gemeinsame Aktionen plante und Momente direkter Beratung realisierte.

Zwischenzeitlich aber kommt virtueller Kommunikation eine wachsende Bedeutung zu, sie ist aus beruflichen wie privaten Zusammenhängen nicht mehr wegzudenken. Unter virtuellen Kommunikation kann hier das gefasst werden, was nicht direkt an Kommunikation zwischen Menschen erfolgt, sondern durch Datensysteme und -netze (via Internet, Messenger, Social Media-Netze u.Ä.) vermittelt wird. Kommunikation wird dadurch von ihrem analogen Charakter (der sich insbesondere in Gestik, Sprechgeschwindigkeit, Körperhaltung und mimischem Ausdruck zeigt) »befreit«.

Von einer Digitalisierung der Kommunikation kann gesprochen werden, seitdem Jugendämter in den 1990er-Jahren begonnen haben, Informationen zu Beratungs- und Förderungsmöglichkeiten ins Netz zu stellen. Diese eindimensionale digitale Kommunikation ist längst gefordert, reziproker Kommunikation Rechnung zu tragen, wurde doch 2016 bereits durch jede/n Tag für Tag durchschnittlich 59 Minuten virtuell kommuniziert, v.a. durch Jüngere (die 14- bis 29-Jährigen: 102 Minuten; zum Vergleich: 30- bis 49-Jährige: 77 Min., 50- bis 69-Jährige: 40 Min.), wobei v.a. die regelmäßige Nutzung des Messengers WhatsApp® (64 %) und des sozialen Netzwerks facebook® (33 %) den hohen Virtualisierungsgrad dokumentierte (vgl. ARD/ZDF 2017). 52 % der Beschäftigten organisieren bereits ihre berufliche Kommunikation über Messenger-Dienste, im Schwerpunkt auch hier via WhatsApp®.

Den vollständigen Beitrag finden Sie im aktuellen Heft der Jugendhilfe.

... nach oben

 


Themen - Archiv

   
 

einen Überblick über die Themen-Beiträge der vergangenen Monate finden Sie im Archiv

 

klicken Sie hier, um ins Themen - Archiv zu gelangen