Thema 

 



Körperbehinderungen im Kindes- und Jugendalter

Personale und systemische Bedingungen auf der Grundlage der ICF

Sven Jennessen

Körperbehinderungen sind auf der Grundlage des bio-psycho-sozialen Modells von Behinderung immer und ausschließlich in der Relation von körperlicher Ausgangslage (1) sowie Möglichkeiten der Aktivität (2) und Partizipation (3) zu verstehen. Diese sind wiederum sowohl auf der Ebene der Person als auch des gesellschaftlichen Kontextes verortet. Diese drei Ebenen werden in dem vorliegenden Beitrag beleuchtet, wobei Ihnen ein aktuelles Verständnis von Körperbehinderung vorangestellt wird. Die Relevanz des familiären Umgangs mit Behinderung sowie der gesellschaftlichen Bedeutung des Körpers werden abschließend skizziert.

1. Körperbehinderungen = Belastungen?

Schädigungen des Körpers und der motorischen Entwicklung, die im Kindes- und Jugendalter auftreten, sind ganz offensichtlich Belastungen für die Betroffenen. Gerade in Lebensphasen, in denen Bewegung und Exploration sowie Aussehen und Funktionsfähigkeit des Körpers eine immense Rolle spielen, stellen negative Abweichungen von der körperlichen Norm spezifische Herausforderungen dar, denen sich der oder die Einzelne stellen muss. Diese Tatsache ist nicht zu leugnen. Sie soll in dem vorliegenden Beitrag eingebettet werden und in Beziehung gesetzt werden zu dem aktuellen Behinderungsverständnis der World Health Organization (WHO), das neben der individuellen Dimension einer abweichenden Körperlichkeit im Sinne einer Schädigung auch die Kontextfaktoren des Lebens mit einer Körperbehinderung in den Blick nimmt. Ziel ist nicht die Negierung individueller Belastung, sondern die Verdeutlichung der Tatsache, dass diese immer in Wechselwirkung mit den gesellschaftlichen Bedingungen ihre Wirkung entfaltet und auf dem Hintergrund dieser reflektiert werden muss. Für ein differenziertes Verständnisses des Belastungsfaktors Körperbehinderung muss zunächst geklärt werden, was unter dieser überhaupt verstanden wird.

2. Was sind Körperbehinderungen?

Eine aktuelle Definition von Körperbehinderung orientiert sich an einem Behinderungsverständnis, das die unterschiedlichen in der Internationalen Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) (DIMDI 2005) benannten Ebenen berücksichtigt:

Die einzelnen Ebenen werden weiter unten näher ausgeführt und hier lediglich grundsätzlich umrissen. Sie sind als bio-psycho-soziales Modell zu verstehen, das grundsätzlich auf die Gesundheitssituation aller Menschen angewendet werden kann. Eine Behinderung ist demnach nicht zwangsläufig Folge einer Körperschädigung, sondern konstituiert sich erst dann, wenn diese in einem Zusammenhang mit Einschränkungen der Aktivität und beeinträchtigter Teilhabe steht. Eine körperliche Schädigung ist somit nicht mit einer Körperbehinderung gleichzusetzen. Dieses Verständnis von Behinderung löst damit das klassische Krankheitsmodell ab, durch das es nicht möglich war, krankheitsbezogene Dimensionen wie Schädigungen, Funktionsstörung und Beeinträchtigung im Kontext zu reflektieren.

Folgendes Beispiel verdeutlich dieses Modell:

Den vollständigen Beitrag finden Sie im aktuellen Heft der Jugendhilfe.

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