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Präventions- und Deradikalisierungsmaßnahmen bei islamistischer Radikalisierung im Internet

Alev Inan

Unter Radikalisierung versteht man einen Prozess, bei dem sich schrittweise das Denken und Handeln einer Person verändert. Im Falle einer islamistischen Radikalisierung sind die folgenden Merkmale festzustellen: Etablierung eines Feindbildes (Ungläubige), Folgen vereinfachter Lösungsstrategien (Gottesstaat) und eine aktive Teilnahme (Kampf gegen die Ungläubigen) auf der Handlungsebene. Die Umkehrung eines Radikalisierungsprozess kann durch Präventions- und Deradikalisierungsmaßnahmen erfolgen. Prävention wird unterteilt in drei Stufen: primäre (universelle), sekundäre (indirekte) und tertiäre (indizierte) Prävention. Während Präventionsmaßnahmen (primäre und sekundäre Prävention) im frühen Stadium einer (möglichen) Radikalisierung stattfinden, zielen Deradikalisierungsmaßnahmen (tertiäre Prävention) auf bereits radikalisierte Jugendliche ab. Eine Radikalisierung kann sich sowohl online z.B. durch islamistische Webinhalte als auch offline z.B. in einer Moschee vollziehen. In derselben Weise gibt es Präventionsangebote online, wobei ein direkter Kontakt mit radikalisierungsgefährdeten und radikalisierten Jugendlichen aussichtsreicher zu sein scheint.

1. Einleitung

Die Wichtigkeit von Präventions- und Deradikalisierungsmaßnahmen sieht man daran, wieviel der Bund für solche Programme ausgegeben hat bzw. vorhat auszugeben. Im Jahre 2016 beliefen sich die Kosten für diese Maßnahmen bei 50 Mio. € und für das Jahr 2017 war eine Verdoppelung des Budgets geplant (vgl. Trautmann/Zick 2016, Vorwort, I). Auch die vielen verschiedenen Projekte von staatlichen und zivilgesellschaftlichen Trägern verdeutlichen, dass der Handlungsbedarf in den letzten Jahren angestiegen ist. In immer kürzeren Abständen finden Gewalttaten statt, die sich explizit auf den Islam beziehen. Die oftmals jungen Täter scheinen besonders empfänglich zu sein für die Botschaften des radikalen Islams. Das Internet wird hier ganz bewusst von den Islamisten eingesetzt, um Jugendlichen ihr Weltbild näher zu bringen. Die Gründe hierfür sind zum einen die spezifische Entwicklungsphase, die diese jungen Menschen durchlaufen und zum anderen die Vorzüge, die das Medium Internet mit sich bringt. Das Jugendalter ist allgemein gekennzeichnet durch einen hohen Grad an Sinn- und Identitätssuche und die einfachen im Internet vermittelten Antworten seitens der Islamisten scheinen auf fruchtbaren Boden zu treffen (vgl. Inan 2017, 103).

Im nachfolgen Artikel soll in dieser Weise vorgegangen werden. Zunächst wird geklärt, was man unter dem Begriff Radikalisierung versteht. Danach werden islamistische Internetaktivitäten dargestellt und warum Jugendliche diese Form der Ansprache attraktiv finden. In einem nächsten Schritt werden unterschiedliche Präventions- und Deradikalisierungsmaßnahmen vorgestellt. Die Frage hierbei wird sein, ob reine Online-Angebote ausreichend sein können oder ob nicht auch gezielte Einflussnahme durch geschulte Personen vonnöten ist.

Den vollständigen Beitrag finden Sie im aktuellen Heft der Jugendhilfe.

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