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Das Konzept Neue Autorität in der Jugendhilfe

Neue Autorität mit gewaltlosem Widerstand in einer therapeutischen Wohngruppe – Jugendhilfe zwischen Struktur und Beziehung, zwischen Zucht und Liebe

Gunter Adams/Elisabeth Uschold-Meier

»Es gibt immer mehr Kinder, die den Erwachsenen Sorgen und Probleme bereiten, die aggressiv sind, verwahrlost, mit dem Gesetz in Konflikt geraten; Kinder, die durch das, was ihnen angetan worden ist, so geschädigt, verbittert, zerbrochen sind, dass sie nur noch mit Hass, Wut und Zerstörung reagieren; Kinder, die am Ende keiner mehr will.« Mit diesen Worten wird in die deutsche Übersetzung eines Buches von Fritz Redl und David Wineman von 1951 eingeführt mit dem Titel: »Children Who Hate. The Disorganization and Breakdown of Behavior Controls«. In der Erziehung dieser Kinder wechselte Jugendhilfe in ihrer Geschichte mehrfach zwischen einer Erziehung des Führens, mit klaren Regeln und hierarchischen Strukturen und eine Erziehung des Wachsenlassens mit Bedürfnisorientierung und liebevoller Beziehung. Weder die Aufmerksamkeitshypothese einer bedürfnisorientierten Jugendhilfe, die ihren Höhepunkt in einer individuellen Erlebnispädagogik unter Palmen gefunden hat, noch eine Zucht und Kontrollpädagogik mit »Respekttrainern« in Camps ehemaliger Boxer, wie Kannenberg oder in geschlossener Heimerziehung mit klaren Sanktionen lösen das pädagogische Dilemma. Einen Ausweg aus diesem Dilemma bietet der Weg der Neuen Autorität von Haim Omer.

Gewaltloser Widerstand bei Gewalt und Grenzverletzungen junger Menschen

Für Haim Omer ist die oberste Pflicht des Erziehenden, dem Kind/dem Jugendlichen bei destruktivem Verhalten Einhalt zu gebieten. Gerade weil für ihn der Respekt vor der Würde des jungen Menschen von entscheidender Bedeutung ist, erachtet Haim Omer den erwachsenen, gewaltlosen Widerstand gegen unziemliche Verhaltensweisen als eine der Hauptaufgaben von Erziehungsverantwortlichen. Regeln beachten und Grenzen setzen ja, aber nicht durch Kontrolle und Sanktionen, sondern durch gewaltlosen Widerstand bei Gewalt und Grenzverletzungen junger Menschen. Eltern sollen gestärkt werden, ihre Elternrolle wieder verantwortungsvoll auszuüben. Ihre Autorität soll gestärkt werden, aber ohne Gewalt. Das war der Titel des Vortrags, den Haim Omer am 12.04.2002 bei seinem ersten Besuch in Würzburg auf dem 1. Familiensymposium der Fakultät Soziale Arbeit gehalten hat. Damit stellte er einen systemischen Ansatz für elterliche Präsenz vor, in dem Liebe, Wärme und Akzeptanz auf der einen Seite und Festigkeit, Regeln und Grenzen deutlich machen, vereinbar sind. Er erläuterte: »Elterliche Präsenz ist kein neues pädagogisches Konzept, sondern ein Kompass für das Finden von Interventionsstrategien, es soll helfen, Eltern wieder eine Stimme zu geben.«


Den vollständigen Beitrag finden Sie im aktuellen Heft der Jugendhilfe.

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