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Jugend und Pornografie: Eine Betrachtung aus medienpädagogischer Perspektive

Ralf Vollbrecht / Jana Viola Frings

Jugend und Pornografie – ein Begriffspaar das seit einigen Jahren diverse Diskussionen entfacht, je nachdem unter welcher Prämisse und in welchem Kontext es Verwendung finden. Der Beitrag gibt zunächst einen kurzen Einblick in den öffentlichen Diskurs, der nach wie vor durch populärwissenschaftliche Debatten mitbestimmt wird. Doch welche Rolle spielt Pornografie tatsächlich für die Jugendliche? Zur Beantwortung der Frage werden unter Bezugnahme auf empirische Befunde die Wirkung pornografischer Mediendarstellungen, die Nutzungsmotive sowie geschlechtsspezifischen Unterschiede thematisiert. Dabei werden die Grenzen der klassischen Medienwirkungsforschung deutlich. Der darauffolgende Teil ermöglicht durch Überprüfung einiger Wirkungshypothesen, eine differenzierte Betrachtung der Frage, wie Jugendliche mit pornografischen Inhalten umgehen. Abschließend erfolgt eine Diskussion zum pädagogischen Handlungsbedarf.
1. Ausgangslage

Sexualität und das Kennenlernen des eigenen Körpers sind besonders im Jugendalter von großer Bedeutung. Daher verwundert es nicht, dass sexualisierte und pornografische Körperdarstellungen in den Medien einerseits auch von Jugendlichen genutzt, andererseits immer wieder öffentliche Diskurse1 über die Wirkung von Pornografie geführt werden. War es früher für Jugendliche noch mit einem gewissen Aufwand verbunden, erotisches Bildmaterial zu erlangen, sind sexualisierte Inhalte heutzutage scheinbar omnipräsent. Ein Blick in das Fernsehprogramm und sogar in die Belletristik verrät: Sexualität und Erotik sind längst mainstreamfähig geworden. Formate wie »Naked Attraction« oder »Adam sucht Eva«, wo bewusst der nackte Körper im Fernsehen präsentiert wird, füllen das Abendprogramm und SM-Romanzen wie bspw. »Shades of Grey« faszinieren nicht nur auf dem Buchmarkt, sondern auch im Kino tausende Rezipienten.

Durch zahlreiche Streamingdienste haben Pornos längst das Kinder- und Jugendzimmer erreicht. Bis zum Alter von 15 Jahren haben 41 % der Mädchen und 85 % der Jungen mindestens schon einmal Zugang zu Pornografie gehabt (vgl. Matthiesen 2013, 147 ff.). Sexting, also private Kommunikation über sexuelle Themen und das Versenden von eigenen, sexualisierten Fotos per mobile Messaging, ist ein heute auch im Feuilleton häufig aufgegriffenes Phänomen. Sofern es zwischen Partnern geschieht (und nicht als unerwünschte sexuelle Belästigung) könnte man dies eher den sexuellen Praktiken zuordnen (»dirty talk«) als der Pornografie. Zu Pornografie kann es jedoch durch ungewollte Weitergabe an Dritte werden – eine Gefahr, der sich nicht alle Jugendlichen stets bewusst sind, da sie nicht mit einem Vertrauensbruch (gegebenenfalls auch nach einer späteren Trennung) rechnen.

Doch welche Rolle spielen sexualisierte/pornografische Inhalte speziell für Jugendliche?

Den vollständigen Beitrag finden Sie im aktuellen Heft der Jugendhilfe.

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